Die Glaubenskrise: Bitcoins Bruchpunkt

Bitcoin steht vor einer Glaubenskrise, da die Überzeugung schwindet. In narrativ getriebenen Märkten folgt der Preis eher dem Glauben als den Fundamentaldaten.

Sahil Shah

Von Sahil Shah · Experte für Trading Operations und Risikostrategie

13 February 2026 · 2 Min. Lesezeit

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Am 5. Februar fiel Bitcoin unter 72.000 USD und erreichte damit Werte, die seit 15 Monaten (Okt. '24) nicht mehr verzeichnet wurden. Dies löste bei Privatanlegern eine „Glaubenskrise“ in Bezug auf Krypto-Trading-Strategien aus, wobei in nur einer Woche ein Krypto-Marktwert von über 460 Milliarden USD vernichtet wurde.

Bitcoin Candlestick-Chart von Sep 2024 bis Feb 2026, der einen Höchststand bei 115.000 USD und einen Rückgang auf 68.000 USD zeigt
Quelle: TradingView

Die „Mutation“ des 4-Jahres-Zyklus:

Institutionelle Analysten argumentieren, dass Bitcoin für institutionelle Analysten zu einem Makro-Asset herangereift ist. Er wird nicht mehr ausschließlich von Angebotsschocks durch das Halving angetrieben, sondern durch die globale Liquidität und die Politik der Federal Reserve. Historisch gesehen hätte 2025 ein Spitzenjahr sein sollen, aber der Rückgang lässt viele sich fragen, ob institutionelle ETFs die Volatilität von Bitcoin „gezähmt“ oder einfach seine alten Muster durchbrochen haben.

Zudem hat die Korrelation von Bitcoin mit dem Nasdaq Rekordhöhen von rund 0,75 erreicht, was zu dem beliebten Spitznamen geführt hat: „Gehebelter QQQ in einer Hardware-Wallet.“

Der „Warsh“-Effekt:

Die Nominierung von Kevin Warsh zum nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve Ende Januar hat Schockwellen durch den Markt gesendet.

  • Warsh befürwortet eine kleinere Bilanz der Fed, was zu einem Liquiditätsengpass bei der Marktpreisbildung führte & einen massiven Ausverkauf auslöste, der in nur vier Tagen Krypto-Werte von über 430 Milliarden USD vernichtete (460 Milliarden USD in einer Woche).
  • Am 5. Februar kämpfte Bitcoin darum, das Niveau von 70.000 bis 72.000 USD zu halten. Er durchbrach diese Niveaus noch am selben Tag, woraufhin Trader wegen einer Angebotslücke vorsichtig werden könnten, die dazu führen könnte, dass die Preise in Richtung der 58.000-USD-Marke (dem gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt) abdriften.
  • Das Tageschart zeigt, dass sich Bitcoin in einem starken Abwärtstrend befindet und von einem Hoch von 126.300 USD im Oktober letzten Jahres auf derzeit 64.941 USD gefallen ist. Er stürzte kürzlich unter das wichtige Unterstützungsniveau von 80.537, seinen tiefsten Stand seit November letzten Jahres.
Bitcoin-Tageschart mit einem Preisrückgang von 108.000 USD auf 62.000 USD, der einen beschleunigten Ausverkauf von Januar bis Februar 2026 zeigt
Quelle: TradingView

Der 4-Jahres-Zyklus ist nicht tot; er wurde einfach vom viel größeren globalen Liquiditätszyklus verschluckt.

Bitcoin bei 65.000 USD ist nicht nur ein Preispunkt; es ist eine Botschaft. Sie sagt uns, dass digitale Vermögenswerte in die oberste Liga der Makrofinanzen aufgestiegen sind, aber das „Lehrgeld“ für diesen Aufstieg ist der Verlust ihres Außenseiterstatus.

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